Tilo Ziemßen B.A. * Auktionen & Verwertungen *
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Haushaltsauflöse mit Gefühl und Rücksicht

 

Nach einem Todesfall sollten die Hinterbliebenen genug Zeit haben, um den Verlust zu betrauern und dem geliebten Menschen zu gedenken. In der Realität sehen sie sich jedoch meist vor eine Vielzahl von Aufgaben gestellt, die nach dem Tod des Angehörigen erledigt werden müssen. Neben der Organisation des Begräbnissessind dies vor allem Behördengänge. Jedoch darf auch die Wohnungsauflösung nichtunterschätzt werden, sollte der Verstorbene allein gelebt haben. Grundsätzlich ist es nämlich so, dass die Hinterbliebenen verpflichtet sind, für die Auflösung der Wohnung des Verstorbenen Sorge zu tragen. Da es in Zeiten der Trauer schwerfällt, Pläne zu machen und die Gedanken viel eher beim Verstorbenen, als im Hier und Jetzt sind, bietet die folgende Checkliste einen Leitfaden für Angehörige, der ihnen hilft, die Wohnungsauflösung Schritt für Schritt zu organisieren.

 

Der Erbschein regelt die Zuständigkeiten
Der Erbschein regelt, wer erbt und wer nach dem Tod zum gesetzlichen Rechtsnachfolger des Verstorbenen wird. Der Erbschein muss offiziell beantragt werden. Zudem müssen dem Nachlassgericht zahlreiche Unterlagen (genauere Informationen zum Erbschein bei ERGO Direkt) vorgelegt werden, damit dieses die Rechtmäßigkeit des Antrages prüfen kann. Nicht immer ist ein Erbschein erforderlich. Ein notariell beglaubigtes Testament oder ein Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts kann ebenso ausreichend sein. Bei einer großen Anzahl von Erben oder komplizierten Familienverhältnissen empfiehlt es sich jedoch, die Zuständigkeiten per Erbschein eindeutig zu klären. Wer den Erbschein erhält, ist zuständig für die Auflösung der Wohnung. Da die in der Wohnung befindlichen Wertgegenstände jedoch unter den Erben aufgeteilt werden müssen, muss der Zuständige sich mit diesen, wenn vorhanden, in Verbindung setzen.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Erbschein beantragen
Mit anderen Erben, wenn vorhanden, in Verbindung setzen

 

Die Kündigung der Wohnung
Sind die Zuständigkeiten geklärt und wurde mit den anderen Erben gesprochen, folgt nun die Kündigung der Mietwohnung. Wahrscheinlich wird der Vermieter eine Sterbeurkunde anfordern oder sogar einen, vom Amtsgericht ausgestellten, Berechtigungsschein vorgelegt haben wollen, um die Rechtmäßigkeit der Kündigung zu prüfen. Rein rechtlich gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, sodass die Miete für diesen Zeitraum von den Hinterbliebenen gezahlt werden muss. Viele Vermieter reagieren jedoch verständnisvoll auf einen Todesfall und erlassen den Hinterbliebenen diese Frist. Neben der Kündigung der Wohnung müssen sich die Hinterbliebenen auch darum kümmern, Wasser, Gas, Strom und den Kabel- und Telefonanschluss des Verstorbenen zu kündigen. Auch diverse Ämter müssen im Zweifelsfall noch informiert werden. Aufschluss darüber können die Unterlagen des Verstorbenen geben.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Wohnung kündigen (geht meist nur unter Vorlage einer Sterbeurkunde oder eines Berechtigungsscheins)
Andere Verträge, wie Strom, Wasser, Gas und Telefon sowie Kabelanschluss kündigen
Diverse Ämter informieren

 

Wohnungsauflösung durch ein (Entrümpelungs)Unternehmen
Oft sind Wohnungen von Verstorbenen in keinem guten Zustand. Über die Jahre haben sich viele Dinge angehäuft, die nun entsorgt werden müssen. Fühlen Angehörige sich mit dieser Aufgabe überfordert oder möchten sich in der Zeit der Trauer mit diesem Mammutprojekt nicht zusätzlich belasten, ist es empfehlenswert, ein professionelles Entrümpelungsunternehmen zu engagieren. Es ist jedoch ratsam, auch in dieser Situation, die Preise zu vergleichen. Leider gibt es in der Branche einige schwarze Schafe, die die Trauer der Hinterbliebenen ausnutzen und überhöhte Preise für die Entrümpelung verlangen.

 

Es ist empfehlenswert die Wohnung im Vorfeld selbst zu besichtigen. Festgehalten werden sollten dabei:
Zustand der Wohnung
Quadratmeterzahl
Stockwerkzahl
Zimmerzahl
Anzahl der Möbel, die abgebaut werden müssen


Auf diese Weise kann die Entrümpelungsfirma von Anfang an den Arbeitsaufwand einschätzen und ein verbindliches Angebot abgeben. Werden diese Dinge im Vorfeld nicht abgesprochen, kann die Firma nach der Entrümplung immer behaupten, es wären Zusatzkosten entstanden, da das Ausmaß der Arbeiten vorher schlecht eingeschätzt werden konnte.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Bei der Suche nach einem Entrümpelungsunternehmen unbedingt Preise vergleichen
Zustand der Wohnung genau festhalten und ein verbindliches Angebot anfordern

 

Die Suche nach Wertsachen in der Wohnung
Bevor die Entrümpelungsfirma anrückt, sollten die Angehörigen die gesamte Wohnung nach Geld oder Wertsachen absuchen. Gerade ältere Menschen verstecken ihr Bargeld oft in der Matratze, im Spülkasten oder an anderen ungewöhnlichen Orten. Es kann sich dabei leicht um mehrere Tausend Euro handeln. Wer also nicht möchte, dass Geld oder Wertsachen aus Versehen auf dem Sperrmüll landen, sollte die Wohnung vorher einer gründlichen Inspektion unterziehen. Angestellte mancher Entrümpelungsfirmen nehmen es auch nicht immer so genau, sehen gefundenes Bargeld manchmal einfach als Trinkgeld an und lassen es in die eigene Tasche wandern. Auch persönliche Erinnerungsstücke oder kleine Gebrauchsgegenstände, die behalten werden sollen, können bei dieser Gelegenheit schon mitgenommen werden. Wer möchte, kann auch alte Kleider spenden oder Einrichtungsgegenstände online oder auf dem Flohmarkt verkaufen.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Wohnung vor der Entrümpelung nach Wertsachen und Geld absuchen
Erinnerungsstücke und Gebrauchsgegenstände, die behalten werden sollen, mitnehmen

 

Der Tag der Entrümpelung
Container für die WohnungsentruempelungAuch, wenn andere die Arbeit übernehmen, sollten die Hinterbliebenen am Tag der Entrümpelung unbedingt zugegen sein. So haben sie die Möglichkeit, den reibungslosen Ablauf zu überwachen. Zudem ist es sinnvoll, wenn die Hinterbliebenen zur Stelle sind, um beispielsweise Fragen zu klären, was behalten und was entsorgt werden soll. Hilfreich ist es auch, wenn Zettel an den einzelnen Möbelstücken angebracht werden, auf denen steht, was entsorgt und was behalten werden soll. Dies ist auch für die Umzugsfirma eine große Hilfe und erleichtert ihr die zügigen Arbeitsabläufe. Damit ein Container für Sperrmüll und der LKW der Entrümpelungsfirma vor dem Objekt Platz finden, ist es ratsam, am Räumungstag ein Halteverbot aufzustellen. 

Solch ein Schild muss im Vorfeld bei der Behörde beantragt werden. Jedoch können Hinterbliebene diese Aufgabe auch an die Entrümpelungsfirma übertragen. Bestimmte Dinge, wie Asbest, Kühlschränke und Co. dürfen nicht im Container entsorgt werden. Auch hier ist es die Aufgabe der Entrümpelungsfirma, sich um eine fachgerechte Entsorgung zu kümmern.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Anwesenheit der Hinterbliebenen bei Entrümpelung unbedingt empfehlenswert
Zettel an den Möbelstücken zeigen an, was entsorgt und was behalten werden soll
Damit Container und LKW Platz haben, ein Halteverbot aufstellen oder die Entrümpelungsfirma damit beauftragen
Sonderabfälle müssen entsprechend entsorgt werden, auch dies übernimmt die Entrümpelungsfirma nach vorheriger Absprache

 

Genügend Zeit und ausreichend Budget einplanen
Viele Hinterbliebene kalkulieren sowohl die Zeit als auch die Kosten einer Wohnungsauflösung zu gering. Erst, wenn die Wohnung leer geräumt ist, kann eingeschätzt werden, welche Renovierungsarbeiten noch nötig sind. So kann zum Streichen der Wohnung auch die chemische Reinigung des Bodens hinzukommen. Oft muss sogar ein neuer Bodenbelag verlegt werden. Auch Türrahmen und Heizkörper können in Mitleidenschaft gezogen worden sein und müssen entsprechend aufgearbeitet werden. Im Vorfeld sollten sich die Hinterbliebenen also lieber ein oder zwei Tage länger freinehmen und sich nicht darauf verlassen, dass ihre Zeitplanung perfekt aufgeht. Das Gleiche gilt für die Kosten der Wohnungsauflösung. Hier sollte das Budget ebenfalls vorsichtshalber etwas höher kalkuliert werden, da immer mit unerwarteten Mehrausgaben gerechnet werden muss.

 

Die Aufgaben im Überblick:
Lieber etwas mehr Zeit und Budget einplanen, da erfahrungsgemäß immer unerwartete Herausforderungen auftreten

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